Modell Deutschland: Nein Danke! : Französische Anregungen für die Zukunft Europas und seiner Industrie
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VSA, Hamburg, (2014)

Was wird in Frankreich nicht alles über das Modell Deutschland verbreitet … Insbesondere die tiefgreifende Infragestellung des Wohlfahrtsstaates, die in den frühen 2000er Jahren vom sozialdemokratischen Bundeskanzler Gerhard Schröder ausging, ebenso wie die Bereitschaft, Opfer auf sich zu nehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie wiederherzustellen, werden für den aktuellen Erfolg der deutschen Wirtschaft verantwortlich gemacht. Guillaume Duval jedoch sieht die Gründe hierfür vor allem in den traditio nellen Stärken des Landes: einem strukturierten System sozialer Beziehungen, einer Arbeitswelt, in der Qualifikation und Erfahrungswissen maßgeblich sind, der Tatsache, dass die meisten Unternehmen nicht den Aktionären gehören, einer leistungsstarken Spezialisierung bei Investitionsgütern und grünen Technologien, der dezentralen Ordnung, in der auf breiter Fläche Finanzkapital, kulturelle und soziale Ressourcen verfügbar sind. Während des letzten Jahrzehnts konnte sich die deutsche Industrie zudem den Boom in den Schwellenländern nutzbar machen und stark von der Wiedervereinigung Europas profitieren. Im Gegenzug hält Duval fest, dass die Schröder-Reformen das deutsche Modell eher geschwächt haben. Statt Modellkopien das Wort zu reden, fördert sein erfrischend geschriebener Text aus linksrheinischer Perspektive ein besseres gegenseitiges Verständnis – und dieses ist unerlässlich, um eine Zukunftsvorstellung für Europa und für einen wirtschaftlich kooperativen und ökologisch nachhaltigen Weg aus der Krise zu entwickeln.
  • @meneteqel
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