Abstract

Noch immer erhalten Frauen im Mittel geringere Löhne als Männer. Auf Basis einer neuen Auswertung von Daten des Sozio-Oekonomischen Pa-nels (SOEP) zeigt dieser Bericht, dass sich die mittlere Lohnlücke, der Gender Pay Gap, von Vollzeitbeschäftigten in den letzten drei Jahrzehnten deutlich reduziert hat. Im Zeitraum 2010 bis 2014 lag sie bei 16 Prozent. Die Lohnlücke ist nach wie vor an den Rändern der Lohnverteilung sowie für Personen mit Kindern höher und steigt mit dem Alter an. Dies deutet auf weiterhin bestehende Schwierigkeiten für Frauen hin, aus dem Niedriglohn-sektor aufzusteigen und insbesondere Positionen im Top-Segment zu be-setzen. Zudem legen die deskriptiven Befunde negative Auswirkungen der ungleichen Aufteilung der Sorgearbeit auf die Lohnentwicklung nahe. Um den Ursachen des Gender Pay Gaps entgegenzuwirken, bedarf es vielfälti-ger gesellschaftlicher Veränderungen. Die Politik sollte bessere Rahmenbe-dingungen für eine geschlechtergerechtere Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit setzen, beispielsweise durch eine Reform des Ehegattensplit-tings oder einen Ausbau der Partnermonate beim Elterngeld. Unternehmen sind gefordert, ihre Organisationsstrukturen konsequent daraufhin auszule-gen, dass Chancengleichheit von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt gegeben ist.

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