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Postdemokratie und Industrielle Beziehungen. Erosionsprozesse der betrieblichen Mitbestimmung und der Geltung von Tarifverträgen

, , , , and . Forschungsjournal Soziale Bewegungen, 26 (1): 61-74 (2013)

Abstract

Die betriebliche und überbetriebliche Mitbestimmung gehört zu den zentralen Säulen des deutschen Produktionsmodells und der sozialstaatlichen Demokratie. In diesem Aufsatz gehen wir der Frage nach, ob sich – in Anschluss an die wesentlich von Crouch (2008) popularisierte Diskussion über „Postdemokratie“ – auch in den Industriellen Beziehungen eine spezifische Form der Postdemokratisierung ausmachen lässt. Dafür diskutieren wir zunächst demokatietheoretische Zugänge zu den Industriellen Beziehungen. Anschließend untersuchen wir den Einfluss des vermehrten Einsatzes von Leiharbeit auf die betriebliche Mitbestimmung und informelle und unkontrollierte Abweichungen von Tarifverträgen. Anhand von Paneldaten können wir zeigen, dass die Mitbestimmung durch prekäre Beschäftigung erodiert. Auch Regulation und (Input-)Legitimation von Tarifverträgen weichen informell verstärkt voneinander ab. Wir finden folglich Anzeichen für eine Postdemokratisierung in den Industriellen Beziehungen, die zwar formell stabil bleiben, endogen jedoch erodieren.

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